Leberhämangiom

Das Leberhämangiom ist die häufigste Art von gutartigen Lebertumoren. Dabei handelt es sich um eine Gefäßmissbildung in der Leber. Es besteht aus dünnwandigen, meist endothelausgekleideten kapillären Gefäßen und eventuell kompakte Stränge, aber auch kavernöse Formen. Es hat normalerweise einen Durchmesser von weniger als 4 cm und tritt in der Regel solitär auf. Ab einer Größe von über 10 cm werden sie Riesenleberhämangiome genannt.

Während der Schwangerschaft kann ein Leberhämangiom enorm wachsen

Während der Schwangerschaft kann ein Leberhämangiom enorm wachsen

Im Normalfall gibt es keine Beschwerden. Nur bei Riesenleberhämangiomen können Bauchschmerzen im rechten Oberbauch entstehen. Es kann Reißen und in die Bauchhöhle bluten, wenn das Leberhämangiom sich übermäßig vergrößert.
Sie wachsen hormonabhängig, besonders während einer Schwangerschaft oder der Einnahme von hormonhaltigen Medikamenten.

Diagnose

Das Leberhämangiom kann angeboren sein. Ansonsten tritt es im Alter von 30 bis 60 Jahren auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Es wird in der Regel zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung des Oberbauches festgestellt. Dann ist das Leberhämangiom meist bereits jahrelang unverändert vorhanden. In der Sonografie sind sie als echoreicher und scharf begrenzter Bezirk erkennbar. Bei intravenöser Kontrastmittel-Gabe als ein knötchenförmiges peripheres Enhancement erkennbar, welches im weiteren Verlauf zentripetal fortschreitet. Mittels einer Kernspintomographie kann die genaue Lage festgestellt werden.

Therapie

Erste Maßnahme ist normalerweise, wenn möglich, die Beseitigung der Ursache. Also das Absetzen der hormonhaltigen Medikamente. Bei einem kleinen Leberhämangiom werden keine weiteren Maßnahmen vorgenommen. Lediglich die regelmäßige Beobachtung des Größenwachstums ist nötig.

Bei größeren Leberhämangiomen wird, aufgrund der Gefahr der Blutung in die Bauchhöhe und der damit verbundenen Bauchhöhlenentzündung, in der Regel eine Operation zur Entfernung vorgenommen. Bei der Operation gibt es zwei Möglichkeiten. Einmal das Ausschälen des Leberhämangioms inklusive Kapsel ohne Lebergewebe oder die Entfernung des Hämangioms und Teile der Leber, also ein Leberteilresektion.

Das Ausschälen des Leberhämangioms ist die am häufigsten verwendete Operationsmethode. Sie kann immer dann vorgenommen werden, wenn das hämangiomatösen Gewebe gut von dem normalen Lebergewebe abgrenzbar ist.
Die Leberteilresektion wird vorgenommen, wenn das Ausschälen des Leberhämangioms nicht möglich ist. Zum Beispiel wenn die Grenze zwischen Leberhämangiom und Lebergewebe nicht klar erkennbar ist sowie bei Hämangiomen die schlecht zugänglich sind. Bei einer Resektion sind nach dem abgeschlossenen Heilungsprozess regelmäßige Kontrollen nötig.

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